Stoppt sexualisierte Gewalt als Kriegswaffe in Sudan
Drei Jahre Krieg in Sudan. Millionen Menschen hungern. Millionen Menschen sind auf der Flucht. Sexualisierte Gewalt wird als Kriegswaffe eingesetzt. Jetzt braucht es konkrete humanitäre Maßnahmen, Schutz und ausreichend Finanzierung.
Am 15. April 2026 jährt sich der Ausbruch des bewaffneten Konflikts in Sudan zum dritten Mal. In dieser Zeit hat sich eine der aktuell größten humanitären Krisen weltweit entwickelt. Die Auswirkungen sind dramatisch: Der Sudan erlebt derzeit die größte Vertreibungskrise weltweit, mehr als 11,6 Millionen Menschen sind auf der Flucht - sie suchen innerhalb des Landes sowie in Nachbarländern Schutz. In diesem Jahr werden voraussichtlich 34 Millionen Menschen - fast zwei Drittel der Bevölkerung - auf humanitäre Hilfe angewiesen sein. Darunter 16 Millionen Kinder. Hunger, Gewalt und fehlende medizinische Versorgung prägen den Alltag vieler Menschen.
Besonders betroffen sind Mädchen und Frauen. Berichte internationaler Organisationen zeigen einen dramatischen Anstieg sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt, die systematisch und gezielt eingesetzt wird - unter anderem im Kontext von Angriffen auf Städte, Geflüchtetenunterkünfte und während der Flucht. (UNICEF, 2025) Schätzungen zufolge sind über 12 Millionen Mädchen und Frauen von geschlechtsspezifischer Gewalt bedroht. Gleichzeitig erreichen bestehende Unterstützungsangebote weniger als 10 % der Betroffenen. Es fehlt an Schutzräumen, medizinischer Versorgung, psychosozialer Betreuung und langfristiger Unterstützung. (UNFPA, 2025) Die Finanzierungslage ist dabei besonders kritisch: Für Maßnahmen zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt sind derzeit lediglich 0,6 % der benötigten Mittel gedeckt. (UNOCHA, 2026) Das bedeutet, dass Millionen Überlebende weiterhin ohne Hilfe bleiben. Trotz dieses dramatischen Ausmaßes bleibt die Krise im Sudan international unterrepräsentiert und ungehört. Das Leid vieler Betroffener bleibt unsichtbar.
Klar ist: Ausmaß und Schwere dieser Krise erfordern ein entschlossenes Handeln der internationalen Gemeinschaft - auch und gerade von Deutschland.
Jetzt braucht es konkrete humanitäre Maßnahmen, Schutz und ausreichend Finanzierung.
Vor allem Frauen und Mädchen brauchen jetzt mehr denn je entschlossenes Handeln:
. einen sofortigen und dauerhaften Waffenstillstand
. mehr politischen Druck zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt
. mehr Gelder für die Unterstützung von Überlebenden sexualisierter Gewalt
. ein Ende der Straflosigkeit
. Einbindung von Frauen und Jugendlichen in Friedensprozesse
Ich teile daher die politischen Forderungen von "Plan International Deutschland":
1. Ein sofortiger und dauerhafter Waffenstillstand, um die Gewalt gegen Zivilist:innen zu stoppen, denn nur so kann die fortlaufende sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt beendet werden.
2. Mehr politischer Druck zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt, um Angriffe auf Frauen und Mädchen im Sudan zu beenden. Die Bundesregierung muss ihren politischen Einfluss deutlich verstärken, damit der Zugang zu humanitärer Hilfe für alle Menschen deutlich ausgeweitet wird.
3. Eine deutliche Erhöhung der finanziellen Mittel für Überlebende sexualisierter Gewalt. Wir fordern angesichts des gravierenden Ausmaßes sexualisierter Gewalt, dass mindestens fünf Prozent aller humanitären Mittel für Sudan zur Prävention und Unterstützung bei sexualisierter und geschlechterbasierter Gewalt bereitgestellt werden. Ein Schwerpunkt muss auf der direkten Finanzierung lokaler und frauengeführter Organisationen liegen.
4. Straflosigkeit bei sexualisierter Gewalt im Sudan beenden. Kontinuierliches Engagement und deutliche Worte durch die Bundesregierung sind entscheidend, um Straflosigkeit im Sudan sichtbar zu machen und anzufechten. Das umfasst, öffentlich Stellung zur Situation von Frauen und Mädchen im Sudan zu beziehen, gezielten diplomatischen Druck auf die Verantwortlichen auszuüben und Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht - darunter auch schwere Kinderrechtsverletzungen - klar zu verurteilen.
5. Eine umfassende Beteiligung von Frauen und Mädchen an Friedensprozessen. Die Bundesregierung sollte dafür Sorge tragen, dass sudanesische Frauengruppen in Friedensdialoge hörbar, wirksam und abgestimmt vertreten sind. Die konsequente Umsetzung der UN-Resolution 1325 ist dabei von zentraler Bedeutung.
#silentsuffering

