Gen-Z-Proteste in Köln: Junge Menschen ernst nehmen, Polizeieinsatz kritisch aufarbeiten
Nach den Protesten der Initiative "Gen Z regelt" am vergangenen Samstag in Köln stellt sich Sascha H. Wagner, Landessprecher der Partei Die Linke in Nordrhein-Westfalen, hinter die politischen Anliegen der jungen Demonstrantinnen und Demonstranten. Er warnt vor einer pauschalen Kriminalisierung und fordert eine unabhängige und transparente Aufarbeitung des Polizeieinsatzes.
"Die jungen Menschen haben allen Grund, auf die Straße zu gehen. Sie fordern gute Bildung, ein bezahlbares Leben, wirksamen Klimaschutz und eine friedliche Zukunft. Ihre Sorgen vor sozialem Abstieg und Militarisierung sind berechtigt. Diese Generation hat Anspruch darauf, dass ihre Anliegen gehört werden und sich politisch etwas verändert", erklärt Wagner.
"Es darf keine pauschale Kriminalisierung der jungen Demonstrantinnen und Demonstranten geben. Einzelne Straftaten rechtfertigen nicht, Tausende friedlich protestierende Menschen unter Generalverdacht zu stellen und ihre Forderungen aus der öffentlichen Debatte zu verdrängen."
Wagner verweist darauf, dass auch die Polizei selbst zwischen dem Versammlungsgeschehen und den späteren Ausschreitungen in der Halloween-Nacht unterscheidet. Zwischen den insbesondere ab Mitternacht festgestellten randalierenden Gruppen und den Versammlungsteilnehmenden besteht nach ihrem bisherigen Kenntnisstand kein Zusammenhang. Eine pauschale Gleichsetzung werde den Ereignissen deshalb nicht gerecht.
Zugleich mehren sich Berichte über ein hartes Vorgehen der Polizei. Teilnehmende schildern, dass Wasserwerfer auch Unbeteiligte getroffen hätten und friedliche Demonstrierende über Stunden festgehalten worden seien. Die Polizei weist die Kritik an ihrem Vorgehen zurück. Für Wagner machen diese widersprüchlichen Darstellungen eine gründliche Aufklärung umso notwendiger.
"Diese Berichte müssen ernst genommen werden. Es muss geklärt werden, wie die Situation eskalierte, auf welcher Grundlage Wasserwerfer eingesetzt wurden und weshalb Menschen über Stunden festgehalten wurden. Ebenso gehört auf den Prüfstand, warum der Demonstrationszug durch die Innenstadt untersagt wurde und welche Möglichkeiten zur Deeskalation bestanden. Das Demonstrationsrecht muss gerade auch in angespannten Situationen geschützt werden."
Die Linke NRW fordert das Landesinnenministerium und die Polizeiführung auf, die Einsatzentscheidungen nachvollziehbar offenzulegen und eine unabhängige Überprüfung zu ermöglichen. Dabei müssen Aussagen von Betroffenen, unabhängige Beobachtungen sowie vorhandenes Bild- und Videomaterial einbezogen werden. Das gesamte Demonstrations- und Einsatzgeschehen müsse kritisch untersucht werden, einschließlich möglicher unverhältnismäßiger Gewalt durch Einsatzkräfte.
"Junge Menschen dürfen nicht erleben, dass ihre politischen Anliegen hinter einer pauschalen Sicherheitsdebatte verschwinden. Wer demokratisches Engagement ernst nimmt, muss zuhören, Grundrechte schützen und Kritik am staatlichen Handeln zulassen. Die Linke NRW steht an der Seite der jungen Menschen, die für eine soziale, gerechte und friedliche Zukunft auf die Straße gehen", so Wagner.
